Künstlergarten am Feldrand
Ein Garten für Licht und Wandel
Am Rand der oberbayerischen Landschaft öffnet sich der Garten weit zum Licht. Über den Feldern zeichnet sich die Linie der Alpen ab. Sonne, Wind und wandernde Schatten verändern seine Atmosphäre im Lauf des Tages.
Die Bauherrin, selbst Künstlerin, brachte eine tiefe Kenntnis der Pflanzen und ein feines Gespür für Farbe, Form und jahreszeitliche Übergänge in den Entwurfsprozess ein. Englische Gärten waren ihr nah – nicht als Stilbild, sondern in ihrer Freiheit, Verschiedenes zu immer neuen Bildern zu verbinden.
Die unterschiedlichen Bereiche des weitläufigen Areals sollten zu einem Ganzen finden. Zugleich galt es, den Pflegeaufwand zu verringern, ohne die Fülle zu verlieren. Reduktion konnte hier nicht Verzicht bedeuten. Gesucht war eine Ordnung, in der Vielfalt Raum gewinnt.
Entlang der Hecken verdichten sich Rosen, Stauden, Gräser und Geophyten zu englisch geprägten Borders. In den landschaftlichen Bereichen werden die Pflanzungen weiter und extensiver. Sie reagieren auf Licht und Wind; ihr flächiger Rückschnitt kann mit dem Rasenmäher erfolgen. So steht der sorgfältig komponierten Nähe eine großzügige, bewegte Weite gegenüber.
Eine aus der Mitte gerückte Gruppe aus Birken bildet den ruhigen Schwerpunkt. Licht wandert durch ihre feinen Kronen und zeichnet wechselnde Schatten auf den Boden. Natursteinmauern, Findlinge und Stufen verbinden die Höhen des Geländes; Gräser führen die Bewegung bis in die Landschaft.
Der Garten besitzt kein festes Bild. Im Frühjahr erscheint er hell und transparent, im Sommer verdichtet er sich zu Farbe und Fülle. Im Herbst und Winter treten Gräser, Samenstände und warme Kupfertöne hervor.
Ein Füllhorn der Jahreszeiten – reich an Bildern, getragen von einer stillen Ordnung.
Oberbayern – Grundstücksgröße 4.300 m² – Planung und Realisierung 2017–2023



















Die vom Bauherrn angelegte Margeritenwiese öffnet den Garten zum Feldrand und zum weiten Blick auf die Alpen.






